1 · Kicker + Titel
Umsetzungswerkstatt · Zusammenarbeit

„Zwei Stühle. 17 Meinungen.“

Alle Bereiche können recht haben. Und gemeinsam trotzdem das falsche Ergebnis produzieren. Eine Geschichte mit Klaus.

2 · Szene

Montagsrunde bei Klaus. Der Umsatz liegt hinter Target, die Kosten steigen. Alle haben eine Idee, und Klaus ahnt: Am Ende sind es siebzehn. Der Vertrieb schlägt eine Kampagne vor, Udo aus der Finanz eine Preiserhöhung.

„Die Preiserhöhung bringt am schnellsten Umsatz. Machen wir.“Klaus

Zwei Wochen später kommt Silke, Leiterin Kundenservice.

„Die ersten Kunden bestellen noch zum alten Preis und fragen, wann geliefert wird. Ich weiß nicht, was ich ihnen sagen soll.“Silke
„Unser System zeigt keine Lieferzeit für so große Mengen. Der Kundenservice muss bei uns nachfragen.“Peter, Lager
„Der Umsatz zieht an. Was es uns kostet, wissen wir noch nicht.“Udo, Finanz
3 · Klaus fragt sich
Klaus fragt sich

Jeder hatte einen guten Grund. Die Preiserhöhung trifft den Kunden, das Unternehmen mit Alltag, Abläufen und Systemen, und am Ende die Zahlen.

Wer hat vorher gefragt, was sie dort bedeutet?

4 · Schnitt · 5 · Was ist da gerade passiert?
Hier verlassen wir Klaus kurz

Was ist da gerade passiert?

Eine Entscheidung im Management hat den Kunden und das Unternehmen getroffen: den Kundenservice, das Lager, die Systeme.

Denn der Kunde sieht keine Abteilungen. Er sieht ein Unternehmen.

6 · Warum passiert es dennoch?

Warum passiert es dennoch?

Es gibt drei Vorgehensweisen. Alle haben ihre Berechtigung. Manchmal muss es schnell gehen. Manchmal funktioniert eine Idee aus einem einzelnen Bereich hervorragend. Und manchmal wäre es besser gewesen, sich vorher abzustimmen.

Hauptsache, wir tun etwas.Kunde: Aktionen senden widersprüchliche Signale.Unternehmen: Folgen für andere Bereiche werden übersehen.

Gute Einzelideen.Kunde: Abläufe und Aussagen passen nicht zusammen.Unternehmen: Andere Bereiche fangen ungeplante Arbeit auf.

Gemeinsame Vorbereitung.Kunde: Die Bereiche einigen sich auf gemeinsame Zusagen.Unternehmen: Ein gemeinsamer Plan macht Kapazitäten sichtbar.
7 · Merksatz · 8 · Ich-Erfahrung
Was auch immer im Management beschlossen wird:
Am Ende müssen es andere möglich machen.
Aus meiner Erfahrung

In fast drei Jahrzehnten operativer Führungsverantwortung habe ich unterschiedliche Vorgehensweisen erlebt und selbst mitgestaltet. Auch meine eigene Herangehensweise hat sich dabei verändert.

9 · Klaus handelt · 10 · Spur A: Dass es seltener passiert
Zurück zu Klaus

Klaus holt Silke, Peter und Udo an den Tisch. Silke sagt, was Kunden fragen. Peter sagt, dass das System im Lager keine Lieferzeiten hergibt. Udo sagt, was die Preiserhöhung bisher gebracht und gekostet hat. Alle drei Meinungen gehören in die Entscheidung.

Klaus macht daraus ein Ritual. Vor jeder größeren Entscheidung fragt er stellvertretend für den Kunden, das Unternehmen (Mitarbeiter) und die Zahlen.

Er fragt sich: Was brauche ich mindestens, damit ich das jedes Mal früher erkenne?

Was man mindestens braucht, damit eine Entscheidung trägt

Kunde

Der Kunde fragt:Was kommt bei mir an? Hilft mir diese Entscheidung in meinem Geschäft? Kann ich mich auf die Zusagen verlassen?

Unternehmen

Das Unternehmen fragt:Was bedeutet das für den Alltag der Mitarbeiter, für unsere Abläufe, Prozesse und Systeme? Können wir umsetzen, was wir dem Kunden versprechen?

Zahlen

Die Zahlen zeigen:Was wollten wir erreichen? Was hat es uns gekostet? Was ist tatsächlich herausgekommen, an Umsatz und Marge?
11 · Spur B: Wenn es doch passiert

Und wenn es doch passiert? So könnte der Weg aussehen

01Anlass klärenWas wollten wir erreichen?
02Betroffene an den TischKundenservice, Lager, Systeme, wer die Entscheidung umsetzt.
03Kundensicht prüfenWas kommt beim Kunden an? Wissen Sie es nicht, fragen Sie ihn einfach.
04Alltag prüfenWelche Abläufe und Systeme müssen angepasst werden?
05Wirkung prüfenWas ist tatsächlich herausgekommen, auch nach ein paar Monaten?
12 · Klaus' Schluss
Klaus hat jetzt beide Stühle und den Tisch

Klaus findet die Idee gut: Kunde, Unternehmen und Zahlen vor jeder Entscheidung. Für ihn ist es kein Modell, sondern eine Art Expertenrat.

Sind wir nicht alle ein bisschen Klaus?
13 · Das können Sie mitnehmen

Das können Sie mitnehmen

01Was auch immer im Management beschlossen wird: Am Ende müssen es andere möglich machen.
02Der Kunde sieht keine Abteilungen. Er sieht ein Unternehmen.
03Kunde. Unternehmen. Zahlen.
33now · Umsetzungswerkstatt · Zusammenarbeit
14 · Weiter

Wenn Sie wollen, machen Sie es wie Klaus: Denken Sie an Ihre letzte größere Entscheidung, die mehrere Bereiche betroffen hat. Lassen Sie Ihre Führungskräfte unabhängig voneinander drei Fragen beantworten: Was hat die Entscheidung dem Kunden gebracht? Wie ist sie bei den anderen Bereichen angekommen, in Alltag, Abläufen und Systemen? Ist die erwartete Wirkung eingetreten? Vergleichen Sie die Antworten. Und fragen Sie gemeinsam: Waren uns diese Unterschiede schon vor der Entscheidung bewusst?

Wenn Sie ein Thema einmal aus Sicht Ihrer Kunden, Ihres Alltags und Ihrer Zahlen zusammenbringen wollen:
30 Minuten offener Austausch.

Nächstes Thema: KI im Arbeitsalltag.